Im Projekt “Landschaftswege – Biotopverbund gemeinsam entwickeln” wollen wir Strukturen entwickeln und umsetzen, mit denen blühende Wegraine, Hecken und Obstbaumreihen in lokaler Trägerschaft entwickelt und dauerhaft gehalten werden können. In einem dreijährigen Projektzeitraum ab Dezember 2025 wollen wir in 7 – 12 Dörfern in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg mit der örtlichen Bürgerschaft neue Strukturen zur Pflege der kommunalen Wegränder und Biotopstrukturen aufbauen.
Es hat sich schon was getan in der Landschaft: So mancher untergepflügte Wegrand wurde in den vergangenen Jahren durch Initiative der Gemeinden der Ackernutzung entzogen und als unbewirtschafteter Saum wiederhergestellt. Aus ökologischer Sicht genügt dies jedoch leider noch nicht für Blüten- oder Artenvielfalt! Stickstoffeinträge aus der Luft und vom Acker begünstigen Gräser und hochwachsende Stauden, die das Wachstum von Blütenpflanzen unterdrücken. Blütenreiche Säume benötigen eine regelmäßige Mahd mit Abfuhr des Mahdgutes, sodass die Blütenpflanzen über die Gräser konkurrieren können. Zudem benötigen sie meist eine Erstinstandsetzung mit Neuansaat artenreicher Pflanzengesellschaften durch Mahdgutübertragung von regionalen Spenderflächen, weil nach langen Jahren das Samenpotenzial der Wildblumen im Boden erschöpft ist.
Mit dem Förderprojekt „Landschaftswege“ beschreiten wir neue Wege. Ziel ist ein leistungsfähiger Biotopverbund auf lokaler Ebene. Ausgehend von den gemeindlichen Wegrändern wollen wir langfristig die bestehenden Biotop-Reste in der Landschaft durch neu zu schaffende Trockenrasen und Heiden, Feuchtwiesen und Tümpel, Waldsäume, Hecken oder Feldgehölze ergänzen, so dass sich die Lebewesen in der Agrarlandschaft frei bewegen, ausbreiten und vermehren können, kaum gestört von der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzung.
Anders als beim herkömmlichen Naturschutz beginnen wir damit bei den Menschen. Die Bewohnerinnen der Dörfer und kleinen ländlichen Städte haben selber das größte Interesse an einer intakten Landschaft vor ihrer Haustür. Daher suchen wir zunächst den Kontakt zu Menschen vor Ort, denen „ihre“ Natur ein echtes Anliegen ist. Mit ihnen überlegen wir gemeinsam, wo der Schlüssel für konkrete Verbesserungen liegt und welche weiteren Personen in eine Lösung einbezogen werden müssen. Daraus entsteht eine örtliches Umsetzungs- und Finanzierungskonzept. Im Mittelpunkt steht der Aufbau lokaler Aktionsgruppen aus Landwirtschaft, Bürgerschaft und Gemeinde, die das Schicksal ihrer Kulturlandschaft langfristig in die eigenen Hände nehmen und dafür vom Team des Förderprojektes begleitet und qualifiziert werden.
Ergänzend organisieren wir die fachlichen Voraussetzungen für Umsetzungsmaßnahmen: Kartierungen und Kartengrundlagen, Klärung von Grenzen, Anschaffung von Mahdtechnik, Verbleib des Grüngutes, Akquise von Fördermitteln für Biotop-Instandsetzungsmaßnahmen, und was auch immer in der Praxis vonnöten ist.
Das Projekt “Landschaftswege – Biotopverbund gemeinsam entwickeln” wird vom niedersächsischen Umweltministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der Zukunftsregion Elbtalaue-Heide-Wendland mit gut 180.000 € über drei Jahre gefördert. Die Voelkel-Stiftung trägt weitere 15.000 € bei. Der verbleibende Eigenanteil von knapp 110.000 € wird von der Landschaftswege BV gGmbH vorfinanziert und soll im Verlauf des Projektes aus Spenden, Sponsoren und Kostenbeteiligungen refinanziert werden.
Als Startup möchte die gemeinnützige Landschaftswege-GmbH ihr Unterstützungsmodell für dörfliche Aktionsgruppen bis zum Projektende so effizient weiterentwickeln, dass es danach ohne weitere Fördermittel auf Basis von gemeindlichen Aufträgen und Spenden vielen weiteren Dorfgemeinschaften angeboten werden kann.
Weitere Informationen zum Programm Zukunftsregionen gibt es hier.
Wir danken herzlich unseren Förderern!




